Italien: In drei Kirchen während der Frühzeit
In Rom genoss Papst Cornelius ganz besondere Verehrung, jedenfalls bis ins frühe Mittelalter. Zeichen hierfür dürften außer der Angabe im Messkanon vor allem die schon oben dargestellten Arbeiten an seiner Gruft zur Erleichterung des Zugangs für die Pilger und später die Anbringung der Fresken dort sein. Im Übrigen hat man, wie Abt Altenähr in seinem mehrfach zitierten Büchlein über das Cornelius-Grab berichtet, auf der Grabplatte des Cornelius Namensgraffiti festgestellt, die ebenfalls einen großen Besuch von Pilgern vermuten lassen.





Fassade der Kirche Santa Maria in Trastevere. (Foto 18.11.2008)


Im 5. Jh. Basilika neben dem Grab
Papst Leo der Große (440–461) errichtete im 5. Jh. zu Ehren des hl. Cornelius eine Basilika. Wie die von der päpstlichen Lateran-Universität 1964 herausgegebene Bibliotheca Sanctorum berichtet, konnte G. B. De Rossi im Jahre 1849 ihre Reste identifizieren. Der um 530 entstandene Liber Pontificalis hatte diese Kirche mit den Worten erwähnt: "Fecit autem basilicam beati Corneli episcopi et martyri iuxta Cemeterium Calisti, Via Appia" (= Er baute auch die Basilika des heiligen Bischofs und Märtyrers Cornelius neben der Begräbnisstätte des (heiligen Papstes) Callixtus, Via Appia). Die Basilika ist laut Altenähr auch noch in zwei Itinerarien (= Pilgerführern) des 7. Jh. aufgeführt, (sie sei allerdings "heute nicht mehr/noch nicht wieder lokalisierbar").

Im 8. Jh. nach Capracoro überführt
Die Gebeine des hl. Cornelius wurden laut Liber Pontificalis schon Ende des 8. Jh. von Papst Hadrian I. (772–795) in das Gebiet von Capracoro in Agro Veiente überführt. Dieses Gebiet, das zusammen mit dem väterlichen Anwesen Papst Hadrians I. zu den päpstlichen Gütern gehörte, wurde eines der ersten "domuscultae". Dies waren der Kirche gehörende Landgüter mit einem Oratorium (= Kapelle), die von Pächtern bewirtschaftet wurden und deren Erträge wohltätigen oder kirchlichen Zwecken dienten. Es soll sich in Capracoro um eine prächtige Kirche gehandelt haben, wo mit den Reliquien des Cornelius auch die der Päpste Lucius, Felix und Innocenz aufbewahrt wurden. Die genaue Lage der Kirche des hl. Cornelius in Capracoro ist nicht bekannt. Sie könnte südlich der domusculta in einem Ort namens S. Cornelia gelegen haben, der heute Cento Uccelli heißt und zwischen der Via Cassia und der Via Flaminia liegt. Bei einer 1960 von einer englischen Archäologengruppe durchgeführten Versuchsgrabung hat man möglicherweise die Reste der Kirche nahe dem Casale di S. Cornelio (= Gehöft des hl. Cornelius) in einem Ort namens Poggio della Chiesuola gefunden. Aber nur weitere Grabungen können hier einen sicheren Beweis erbringen.
Der Ort, der in einer Bulle Leos IX. von 1053 als Gut Cornelianum in Capracoro bezeichnet wurde, hatte aber, so groß und reich er auch war, nur eine kurze Lebenszeit. Bereits in einer Bulle Hadrians IV. von 1138 wird das Monasterium Sancti Corneli (= Kloster des hl. Cornelius) als zerstört angesehen und in einer Bulle Gregors IX. von 1228 zum letzten Mal erwähnt.

Keine Ruhe für die Gebeine
Papst Cornelius wurde in Italien fünfmal umgebettet:
Von Centumcellae in die Callixtus-Katakombe,
von dort in die Kirche von Capracoro,
dann in die Kirche Santa Maria in Trastevere,
dort noch einmal innerhalb der Kirche,
dann - zum großen Teil - nach Compiègne in Frankreich überführt.

Hierbei ist noch nicht berücksichtigt, dass anschließend wesentliche Teile der Gebeine, nämlich Schädeldecke und rechter Arm, von Compiègne nach Kornelimünster kamen; ganz zu schweigen von den vielen kleinen Partikeln, die von Kornelimünster - möglicherweise auch von Compiègne und vorher schon von Italien - an weitere Kirchen gingen.



Im 9. Jh. Überführung nach Trastevere
Unter Papst Gregor IV. (827–844), der viel für den Bau und Unterhalt von Kirchen in Rom tat, wurden laut Bibliotheca Sanctorum die Gebeine des Cornelius nach Rom zur Kirche Santa Maria in Trastevere überführt, und zwar zusammen mit denen von Papst Callixtus I. (218-222) und dessen Kardinal-Presbyter Calepodius (Wikipedia italienisch: "San Calepodio" vom 1.1.2009). Die Kirche war schon im 3. Jh. von Papst Callixtus I. gegründet worden und gilt als die erste und älteste Marienkirche Roms. Dort wurde Cornelius wohl große Verehrung zuteil. Laut Liber Pontificalis nannte sich nämlich die Kirche dann basilica beatae Dei genetricis semperque virginis Mariae dominae nostrae quae appellatur Callisti et Cornelii (= Basilika der seligen Gottesmutter und immerwährenden Jungfrau Maria, unserer Herrin, die auch Kirche des Callixtus und des Cornelius genannt wird). Aber selbst in dieser Kirche kamen seine Gebeine nicht zur Ruhe. Wie Abt Altenähr weiter ausführt, hat Papst Gregor IV. im Rahmen seiner umfangreichen Arbeiten an der Kirche Santa Maria in Trastevere die sterblichen Überreste der Heiligen Callixtus, Cornelius und Calepodius nochmals innerhalb der Kirche umgebettet. Der Papst hatte nämlich beklagt, dass das Volk den Heiligen bei der Liturgie den Rücken zuwandte, weil ihre Leiber im Südteil der Kirche bestattet waren. Sie würden somit nicht gebührend geehrt. Er ließ die Gebeine exhumieren und im Ostteil der Kirche im Bereich der Apsis bestatten. Dieser Papst schickte auch schon einige Reliquien dieser Heiligen an das Kloster Fulda in Deutschland und nach Cysoing im Norden Frankreichs (Wikipedia italienisch: "San Calepodio" vom 1.1.2009)



Der Chor von Santa Maria in Trastevere. Unter dem Altar der Reliquienschrein.
Oben in der Kuppel stellt die dritte Person von rechts Papst Cornelius dar. (Foto 18.11.2008)






Papst Cornelius in der Apsiskuppel von Santa Maria, Mosaik aus der Mitte des 12 Jh. Links neben ihm der Apostel Petrus. (Foto aus dem Werk I mosaici del XII secolo e di Pietro Cavallini in Santa Maria in Trastevere von Vitaliano TIBERIA, 1996)




Von Trastevere brachte - wahrscheinlich - Kaiser Karl der Kahle 875/76 den Großteil der Gebeine, möglicherweise zusammen mit Reliquien des hl. Cyprian nach Compiègne in Frankreich, das er zur Hauptstadt seines Reiches ausersehen hatte. In Compiègne ruht noch heute der wohl größte Teil der Gebeine der beiden Heiligen.

Die heutige Kirche Santa Maria, eine dreischiffige Basilika, wurde 1139 von Papst Innozenz II. (1130–1143) begonnen und 1198 geweiht. Papst Eugen III. (1145–1153) schmückte die Fassade mit den Bildern der thronenden Gottesmutter, den Klugen Jungfrauen, seinem Bildnis und mit dem des Papstes Innozenz II. Aus derselben Zeit, der Mitte des 12. Jh., stammen auch die Mosaikmalereien in der Kuppel der Apsis, die neun Personen zeigen, neben Jesus und Maria auch Papst Cornelius. Unter Papst Nikolaus IV. (1288–1292), knapp 150 Jahre später im Jahre 1291 wurden unterhalb der Kuppel bandartig die Mosaiken aus dem Marienleben von Pietro Cavallini hinzugefügt, einem der bedeutendsten Künstler der römischen Schule des 13. Jh. Die reich geschmückte Kirchendecke stammt von 1617, die Vorhalle von 1702. Papst Pius IX. (1846–1878) ließ die Kirche 1866-1874 vollständig restaurieren.

Darstellung in der Apsiskuppel
Als kostbarster Schmuck der Kirche gelten die Mosaikbilder in der Chorapsis und auf dem Triumphbogen. Die Mosaike in der Apsiskuppel schildern die Inthronisierung Marias. Mit der Krone auf dem Haupt sitzt sie zur Rechten ihres Sohnes. Links neben ihr stehen der heilige Papst Callixtus I. (217–222), der heilige Laurentius (230 ? –258), Märtyrer und Erzdiakon, sowie Papst Innozenz II.; auf der rechten Seite neben Jesus der Apostel Petrus, Papst Cornelius (mit einem Buch in den Händen), der heilige Papst Julius (337–352) und der heilige Kardinal-Presbyter Calepodius, der im Jahre 112 unter Kaiser Alexander Severus zusammen mit anderen in Trastevere den Märtyrertod erlitt. In den Jahren 1990-1991 wurden die Mosaiken restauriert.

Hierzu erschien 1996 von Vitaliano TIBERIA das Werk I mosaici del XII secolo e di Pietro Cavallini in Santa Maria in Trastevere (= Die Mosaiken des 12. Jh. und die von Pietro Cavallini in der Kirche Santa Maria ...) mit neuen Hypothesen über die Mosaiken in der Apsis. Danach wurden die Mosaiken über das Leben der heiligen Maria von Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153) inspiriert, einem der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens. Sein Schüler war der damalige Papst Eugen III. Bernhard setzte Maria symbolisch mit der Geliebten im biblischen Hohen Lied Salomos gleich. Gleichzeitig wird die Darstellung in der Apsiskuppel als Appell für die Einigkeit der Kirche und gegen Schisma und Irrlehren angesehen. Insoweit passt auch die Darstellung von Papst Cornelius dorthin. Hatte er doch das Problem des Schismas durch Gegenpapst Novatian. Auch die drei anderen dargestellten Päpste hatten gegen ein Schisma zu kämpfen: Papst Callixtus mit dem ersten Schisma der Kirche, dann nach Cornelius Papst Julius und schließlich der Erbauer der Kirche, Papst Innonzenz II., unter dem gerade ein langes Schisma zu Ende gegangen war.
Mit keinem Wort wird aber in Tiberias Werk darauf eingegangen, dass Cornelius schlichtweg deswegen abgebildet sein könnte, weil in dieser Kirche seit der ersten Hälfte des 9. Jh. dessen Gebeine ruhten.

Die Gebeine im Altarraum
Als der Verfasser im November 2008 die Kirche Santa Maria besuchte, fand er in dem angeschlossenen Laden nichts Schriftliches über die Gebeine von Papst Cornelius dort. Von sachkundigen Personen wurde ihm aber versichert, sie ruhten zusammen mit denen von Papst Callixtus I. und Calepodius in einem Schrein unter dem Hauptaltar (s. nachstehende Abbildung). Außerdem sei Cornelius im linken Kirchenfenster der Eingangsfassade dargestellt. In italienischen Heiligenbüchern heißt es zu Papst Cornelius, seine Gebeine ruhten in der Kirche Santa Maria in Trastevere. Dies war auch zweifellos - wie oben ausgeführt - von der Überführung seiner Gebeine nach Tastevere im 9. Jh. bis 875 der Fall, als Kaiser Karl der Kahle die Gebeine des hl. Cornelius als Geschenk erhielt und sie nach Compiègne überführte. Es muss also gefolgert werden, dass damals Karl der Kahle nicht die gesamten Gebeine erhielt, sondern ein gewisser Rest in Trastevere verblieb. Groß dürfte dieser Rest allerdings nicht sein, da es in der Chronik des hl. Bertin heißt, der Kaiser habe in Compiègne den corpus (= Körper/Leichnam), also wohl den größten Teil, des Heiligen ausgestellt.
Von den in Tastevere verbliebenen Gebeinen wurde wiederum in der zweiten Hälfte des 18. Jh. ein Teil überführt in die neu erbaute Kirche Santi Celso et Giuliano in Rom nahe der Engelsbrücke (Wikipedia italienisch: "Papa Cornelio" vom 31.12.2008). Die ursprüngliche, aus dem 9. Jh. stammende Kirche war von Papst Julius (1503–1515) abgerissen worden, um einer neuen Kirche nach Plänen des berühmten Renaissance -Baumeisters Donato Bramante Platz zu machen. Aus Mangel an finanziellen Mitteln kam der Bau aber nicht zustande. Erst zwei Jahrhunderte später ließ Papst Clemens XII. (1730–1740) dort wieder eine Kirche erbauen mit ovalem Grundriss nach Plänen des Architekten Carlo de Dominicis, die 1735 fertiggestellt wurde. Sie gilt als schönes Beispiel der Kunst des 18. Jh.





Schrein unter dem Hauptaltar von Santa Maria mit Gebeinen der Heiligen Papst Cornelius, Papst Callixtus I. und Calepodius. (Foto 18.11.2008)





In der Folge entwickelte sich das Rhein-Maas-Gebiet zum Mittelpunkt der Cornelius-Verehrung. Sie nahm dort einen Umfang an, der weit über den in Italien hinausging. Wie die Bibliotheka Sanctorum vermerkt, ist in Italien die Verehrung des hl. Cornelius im 13. Jh. zu Ende gegangen. Laut einer Anmerkung von Prof. Zender müsste es aber auch in Italien eine Vielzahl von Kultstätten zu Ehren des Heiligen geben. Allein die Erzdiözese Mailand habe elf alte Cornelius-Kirchen gezählt und einige weitere Gotteshäuser, in denen Cornelius - heute in Italien Cornelio genannt - besonders verehrt worden sei. In Italien scheint somit noch ein weites Feld für Cornelius-Forscher zu liegen.



In den Papstgalerien von Rom und Siena
Es gibt in Italien zwei berühmte Kirchen, nämlich in Rom und Siena, die jeweils im Innern über den Fenstern einen umlaufenden Fries mit den Porträts der Päpste in chronologischer Reihenfolge aufweisen. Unter ihnen befindet sich natürlich auch Papst Cornelius.



Die Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom. (Foto 18.11.2008)




In Rom ist es die an der Via Ostiense gelegene päpstliche Basilika San Paolo fuori le Mura (= Sankt Paul vor den Mauern), die zu den ehrwürdigsten Kirchen der Stadt gehört. Im Jahre 324 wurde sie von Kaiser Konstantin dem Großen (306-337) über dem Grab des Apostels Paulus errichtet und ab 386 in eine mehrschiffige Basilika umgebaut. Papst Leo der Große (440-461) ließ darin über den Arkaden die Porträts aller Päpste als Mosaik anbringen. Im 17. und 18. Jh. wurden die Porträts restauriert und um die späteren Päpste ergänzt. 1823 brannte die Kirche durch Unachtsamkeit ab, wurde aber nach den alten Plänen und in derselben Größe wieder aufgebaut. Die Einweihung des Neubaus erfolgte 1854. Die heute dort zu sehenden Papstporträts wurden von Papst Pius IX. in Auftrag gegeben und in den Jahren 1847 bis 1876 nach den alten Vorbildern neu geschaffen. Später erfolgten Ergänzungen um die neuen Päpste. Insgesamt umfasst die berühmte Papstgalerie heute die 272 Mosaikporträts (Die katholische Kirche zählt bis heute offiziell 263 Päpste.



Die Papstgalerie in San Paolo fuori le Mura, rechtes Querschiff. Papst Cornelius drittes Bild von rechts. (Foto 18.11.2008)







Papst Cornelius in der Papstgalerie in San Paolo. (Bild entnommen dem Poster I ritratti die Papi, 2006)




Das Porträt von Papst Cornelius befindet sich im rechten Querschiff auf der Kopfseite, das Dritte von rechts. Wie bei allen anderen Papstporträts steht über dem runden Mosaik der Name - hier S. CORNELIUS - und unter dem Porträt die Amtszeit als Papst. Bei Cornelius steht SED A III D X, was unverkürzt bedeutet SEDIT ANNI III DIES X (= regierte 3 Jahre 10 Tage). Wie fast alle Päpste im ersten Jahrtausend trägt Cornelius einen Bart und ist wie 77 andere heilige Päpste mit einem Heiligenschein abgebildet.
(Im Andenkenladen der Kirche ist ein großes, farbiges Poster I ritratti die Papi (4. Ausgabe, Mai 2006) mit den Porträts zu kaufen. Darauf befindet sich unter jedem Porträt ein kleines Schildchen mit der Nummer in der Reihenfolge der Porträts, dem italienischen Namen des Papstes und der Regierungszeit. Bei Cornelius lautet es: 22. S. Cornelio (251–253). Das Poster endet mit der Zahl 272, nämlich dem heutigen Papst Benedikt XVI. und dem Jahr 2005.).
Die auf dem Porträt angegebene Regierungszeit von drei Jahren und zehn Tagen ist verglichen mit anderen Quellen zu lang und steht auch im Widerspruch zu der auf dem Poster angegebenen Amtszeit von 251 bis 253; vgl. Kapitel: Das war Papst Cornelius). Cornelius war auch nicht der 22., sondern der 21. Papst (Der als Nr. 5 in der Galerie aufgeführte Papst Anacletus existierte nämlich in Wirklichkeit nicht).




Die Fassade des Doms von Siena. (Foto 17.11.2008)




In Siena ist es der berühmte Dom Santa Maria, der an der höchsten Stelle der Stadt liegt. Die Geschichte des Doms, mit dessen Bau im frühen 12. Jh. begonnen wurde, ist sehr wechselhaft. Von 1497 bis 1500 wurde rund um das Mittelschiff ein beeindruckendes Gesims mit den Büsten aller Päpste geschaffen, damals 172 an der Zahl. Die Köpfe, alle die Tiara tragend, unterscheiden sich allerdings nicht sehr voneinander. Am unteren Rand der Büste ist jeweils in schwarzen Lettern der Name des betreffenden Papstes angegeben.
Die Büste des Cornelius befindet sich rechts im Chor über dem zweiten Bogen (links neben dem rechten Pfeiler) zwischen der seines Vorgängers Papst Fabianus und der seines Nachfolgers Papst Lucius I.


Cornelio in Italien heute nicht mehr "in"
Im heutigen Italien (2014) trifft man den Vornamen Cornelio nicht mehr an, den Vornamen Cornelia nur selten, wobei Cornelia nicht auf Papst Cornelius zurückzugehen braucht; schließlich gab es mehrere prominente Römerinnen dieses Namens. Die Wahl des Vornamens mag modischen Trends unterliegen. Aber auch Papst Cornelius/Cornelio selbst, ein Landsmann, der jeden Tag im Messgebet erwähnt wird, ist den heutigen Italienern aus dem Sinn gekommen. In einem 1913 erschienenen Werk von Piero LAZZARIN Il libro dei Santi — Piccola encyclopedia (= Das Buch der Heiligen — Kleines Lexikon) ist Papst Cornelius/Cornelio überhaupt nicht mehr aufgeführt, wohl aber aber sein "liturgischer Zwilling", der heilige Cyprian aus Karthago. In dem ebenfalls 2013 erschienenen Werk Grande libro dei Santi — Vita, morte e miracoli dei Santi più amati della Christianità (= Das große Buch der Heiligen — Leben, Tod und Wunder der beliebtesten Heiligen der Christenheit, ohne Verfasserangabe) wird weder auf Cornelio noch auf Cyprian eingegangen. In dem Werk Santi e Patroni — come conoscerli nell’arte et nelle imagini popolari (= Heilige und Schutzpatrone — Wie erkennt man sie in der Kunst und auf Abbildungen) von Fernando e Gioia LANZE, ebenfalls 2013 erschienen, ist Cornelius/Cornelio gleichfalls nicht aufgeführt. Beim Symbol/Attribut Horn/Jagdhorn wird dort der heilige Hubert von Lüttich genannt (gest. 30.5.727), nicht Cornelio.
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